Kältetherapie, auch bekannt als Kryotherapie, ist eine Form der physikalischen Therapie, bei der gezielt Kälte eingesetzt wird, um einen therapeutischen Effekt zu erzielen. In der Physiotherapie wird die Kältetherapie überwiegend lokal angewendet, indem gezielte Kältereize auf bestimmte Körperregionen gesetzt werden.
Die Anwendung von Kälte führt zu einer Verengung der Blutgefäße und verringert somit die Durchblutung im behandelten Gebiet. Dadurch können Schwellungen und Entzündungen reduziert werden. Zudem blockiert die Kälte die Schmerzrezeptoren, was zu einer verminderten Schmerzwahrnehmung beiträgt.
In der Physiotherapie kommt die Kältetherapie bei verschiedenen Indikationen zum Einsatz, beispielsweise bei akuten Verletzungen wie Prellungen oder Verstauchungen, bei entzündlichen Prozessen wie Schleimbeutelentzündungen oder Sehnenentzündungen sowie bei Schwellungen und Ödemen.
Die Kälteanwendung kann auf unterschiedliche Weise erfolgen, etwa durch Auflegen von Eispackungen, Kühlkompressen oder speziellen Kältemanschetten. Auch die Anwendung von Kältespray oder Eisabreibungen ist möglich. Die Dauer der Behandlung variiert je nach Technik und Behandlungsziel zwischen 5 und 30 Minuten.
Neben der lokalen Anwendung gibt es auch die Ganzkörper-Kältetherapie, bei der der gesamte Körper in speziellen Kältekammern für kurze Zeit extrem niedrigen Temperaturen ausgesetzt wird. Diese Form der Kältetherapie wird jedoch eher im Leistungssport und im Wellnessbereich eingesetzt.