Kribbeln in den Händen: Ursachen, Symptome und effektive Hilfe durch Physiotherapie
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Kurz und knapp
- Nervenreizung verstehen: Kribbeln ist oft ein Hilferuf Ihrer Nerven, die durch Druck oder mangelnde Durchblutung gereizt sind.
- Halswirbelsäule im Fokus: Häufig liegt die Ursache gar nicht in der Hand selbst, sondern in Blockaden oder Verspannungen der Halswirbelsäule (HWS-Syndrom).
- Engpässe erkennen: Das Karpaltunnelsyndrom oder das Sulcus-ulnaris-Syndrom sind klassische Kompressionssyndrome, die Taubheit verursachen.
- Physiotherapie hilft: Durch gezielte Manuelle Therapie und Nervengleiten können wir den Druck nehmen und die Sensibilität wiederherstellen.
- Warnsignale ernst nehmen: Treten Lähmungen oder Sprachstörungen gleichzeitig auf, ist sofortige ärztliche Hilfe (Notruf) erforderlich.
Was bedeutet Kribbeln in den Händen eigentlich?
Stellen Sie sich Ihr Nervensystem wie ein hochkomplexes Stromnetz vor.
Die Nerven leiten Informationen von Ihren Händen zum Gehirn.
Wenn dieser Informationsfluss gestört wird – etwa durch Druck, Entzündungen oder mangelnde Nährstoffversorgung – sendet das Gehirn ein „Fehlsignal“.
Dieses äußert sich als Kribbeln, Ziehen, Stechen oder ein Pelzigkeitsgefühl.
Da die Hände über eine extrem hohe Dichte an sensiblen Nervenenden verfügen, nehmen wir Störungen hier besonders intensiv wahr.
Oft beschreiben Betroffene das Gefühl als „Ameisenlaufen“.
Ursachen für Kribbeln in den Händen: Woher kommt das „Einschlafen“?
Die Liste der möglichen Auslöser ist lang.
Um Ihnen eine bessere Übersicht zu geben, unterteilen wir die Ursachen in drei Kategorien:
1. Muskuloskelettale Ursachen (Der Fokus der Physiotherapie)
Diese Ursachen betreffen den Bewegungsapparat und sind in unserer Praxis alltäglich.
Oft lässt sich hier mit gezielten Übungen und Handgriffen sehr schnell eine Besserung erzielen.
- HWS-Syndrom: Verspannungen im Nacken oder Fehlstellungen der Halswirbel können die Nervenwurzeln einengen, die in die Arme führen.
- Bandscheibenvorfall (HWS): Drückt eine Bandscheibe im Nacken auf eine Nervenwurzel, strahlt das Kribbeln oft bis in die Fingerspitzen aus.
- Karpaltunnelsyndrom (KTS): Der Mittelnerv (Nervus medianus) wird im Handgelenk eingeengt. Typisch: Kribbeln im Daumen, Zeige- und Mittelfinger, oft nachts.
- Sulcus-ulnaris-Syndrom: Hier wird der Ellennerv am Ellenbogen komprimiert (der bekannte „Musikantenknochen“). Es kribbelt meist im kleinen Finger und Ringfinger.
- RSI-Syndrom (Mausarm): Durch ständige Wiederholungen (Büroarbeit) entstehen Mikrotraumata, die Nerven und Sehnen reizen.
2. Neurologische & Systemische Ursachen
Manchmal liegt die Ursache tiefer im Stoffwechsel oder im zentralen Nervensystem:
- Polyneuropathie: Eine Schädigung der peripheren Nerven, häufig verursacht durch Diabetes mellitus oder langjährigen Alkoholkonsum.
- Vitamin-B12-Mangel: Dieses Vitamin ist essenziell für die Schutzhülle Ihrer Nerven. Ein Mangel führt zu Sensibilitätsstörungen.
- Multiple Sklerose (MS): Eine chronische Erkrankung, bei der das Immunsystem die Nervenfasern angreift.
- Magnesium- oder Calciummangel: Ein Elektrolyt-Ungleichgewicht macht Nerven „feuerbereit“ und löst Kribbeln oder Krämpfe aus.
3. Durchblutungsbedingte Ursachen
- Raynaud-Syndrom: Bei Kälte oder Stress krampfen die Gefäße in den Fingern zusammen, sie werden erst weiß, dann blau und kribbeln beim Aufwärmen schmerzhaft.
Der entscheidende Zusammenhang: Nacken und Hände
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Viele Patienten kommen zu uns und sagen: „Meine Hand kribbelt, da muss etwas mit dem Handgelenk nicht stimmen.“
Doch oft ist das Handgelenk nur der Ort des Symptoms, nicht die Ursache.
Ihre Handnerven entspringen als Plexus brachialis direkt aus der Halswirbelsäule.
Auf ihrem Weg in die Hand müssen diese Nerven durch enge Kanäle und unter Muskeln (wie dem Skalenusmuskel am Hals oder dem kleinen Brustmuskel) hindurch.
Eine „Schildkrötenhaltung“ am Schreibtisch oder ein chronisch verspannter Nacken wirkt wie ein Fuß auf einem Gartenschlauch: Die Information fließt nicht mehr richtig, und die Hand fängt an zu kribbeln.
Deshalb untersuchen wir bei NOVUM2 immer die gesamte Kette von der HWS bis zum Finger.
Diagnose: Wie wir die Ursache finden
Damit wir nicht „ins Blaue hinein“ behandeln, steht am Anfang eine gründliche Analyse:
- Anamnese: Wir klären, wann das Kribbeln auftritt (nachts, bei Belastung?) und welche Finger betroffen sind.
- Körperliche Untersuchung: Wir testen Ihre Sensibilität mit Stimmgabeln oder feinen Berührungsreizen und prüfen die Kraft in Ihren Händen.
- Provokationstests: Bestimmte Bewegungen des Nackens oder Handgelenks provozieren das Kribbeln und geben uns Hinweise auf den Ort der Einengung.
- Weiterführende Diagnostik: Bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall oder Nervenschäden überweisen wir Sie für ein MRT oder eine Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG) an spezialisierte Kollegen.
Behandlung bei NOVUM2: So bringen wir Ihre Nerven zur Ruhe
In der Physiotherapie verfolgen wir das Ziel, den Druck von den Nerven zu nehmen und deren Gleitfähigkeit zu verbessern.
Manuelle Therapie & Physiotherapie
Durch spezielle Techniken der Manuellen Therapie lösen wir Blockaden in der Halswirbelsäule und den Rippengelenken.
Wir lockern die Muskulatur, die den Nerven den Platz raubt.
Nervenmobilisation (Nervengleiten)
Nerven hassen Druck, aber sie lieben Bewegung.
Wenn ein Nerv in seinem Kanal „festklebt“, entstehen Missempfindungen.
Wir zeigen Ihnen Übungen, bei denen der Nerv sanft durch sein Gewebe gleitet, ohne ihn zu überdehnen.
Dies fördert die Durchblutung des Nervs und baut Schwellungen ab.
Faszientherapie
Verklebte Faszien in Arm und Schulter können wie eine zu enge Bandage wirken.
Wir lösen diese Spannungen, um den Nerven wieder „Atmenraum“ zu geben.
4 effektive Übungen gegen Kribbeln in den Händen
Versuchen Sie, diese Übungen in Ihren Alltag einzubauen.
Wichtig: Die Nervenübungen sollten niemals starken Schmerz oder verstärktes Kribbeln auslösen – arbeiten Sie sanft!
Warnzeichen: Wann ist es ein Notfall?

Kribbeln kann in seltenen Fällen ein Vorbote ernster Probleme sein.
Suchen Sie sofort einen Arzt auf oder wählen Sie den Notruf, wenn das Kribbeln begleitet wird von:
- Plötzlicher Schwäche oder Lähmung (z. B. eine Hand lässt Dinge fallen).
- Einseitigen Symptomen (nur eine Körperhälfte).
- Sprechstörungen oder Sehstörungen.
- Hängendem Mundwinkel.
- Unkontrolliertem Urinverlust.
Dies können Anzeichen für einen Schlaganfall oder einen akuten Bandscheibenvorfall mit Nervenschädigung sein.
Selbsthilfe: Was Sie im Alltag tun können
- Ergonomie: Wenn Sie viel am PC arbeiten, nutzen Sie eine vertikale Maus und achten Sie darauf, dass Ihre Unterarme locker aufliegen.
- Pausen machen: Dehnen Sie alle 30 Minuten kurz Ihren Nacken und schütteln Sie die Hände aus.
- Ernährung: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von B-Vitaminen und Magnesium. Ein Bluttest beim Hausarzt kann Klarheit schaffen.
- Wärme: Bei muskulären Verspannungen im Nacken hilft ein Kirschkernkissen, die Muskulatur zu lockern und den Druck auf die Nerven zu mindern.
Werden Sie aktiv!
Kribbeln in den Händen ist ein Signal Ihres Körpers, das man nicht ignorieren sollte.
Meist stecken muskuläre Engpässe oder Haltungsprobleme dahinter, die sich physiotherapeutisch hervorragend behandeln lassen.
Je früher wir die Ursache finden, desto schneller kehrt das Gefühl in Ihre Hände zurück.
Haben Sie genug vom Ameisenlaufen in Ihren Fingern?
Das Team von NOVUM2 ist darauf spezialisiert, Nervenengpässe aufzuspüren und zu lösen. Lassen Sie uns gemeinsam schauen, wo Ihr „Gartenschlauch“ eingeklemmt ist.
FAQ
Wie lange dauert es, bis das Kribbeln verschwindet?
Das hängt von der Ursache ab. Reine Muskelverspannungen lösen sich oft nach wenigen Behandlungen. Ist ein Nerv jedoch länger geschädigt (z.B. bei Diabetes), braucht die Regeneration viel Geduld.
Hilft Magnesium gegen Kribbeln?
Wenn ein Magnesiummangel die Ursache für eine Übererregbarkeit der Nerven ist, kann eine Supplementierung helfen. Bei einem Karpaltunnelsyndrom wird Magnesium allein jedoch kaum ausreichen.
Kann Kribbeln von der Psyche kommen?
Ja, bei starkem Stress oder Hyperventilation kann es zu einem Kribbeln („Pfötchenstellung“ der Hände) kommen. Dennoch sollte immer zuerst eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden.
Warum kribbeln meine Hände nachts am schlimmsten?
Nachts knicken wir oft unbewusst die Handgelenke ein oder schlafen auf dem Arm. Bei einem bestehenden Karpaltunnelsyndrom erhöht das den Druck auf den Nerv massiv, was zu schmerzhaftem Aufwachen führt.

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