Tennisarm (Epicondylitis): Ursachen, Symptome und Behandlung durch Physiotherapie

Schmerzen am äußeren Ellenbogen, die beim Greifen einer Kaffeetasse oder beim Händeschütteln schlagartig aufflackern: Das ist das typische Bild des Tennisarms. Medizinisch spricht man von Epicondylitis humeri radialis. Obwohl der Begriff Sport nahelegt, sind Büroangestellte, Handwerker und Musiker viel häufiger betroffen als Tennisspieler. In unserer Physiotherapie-Praxis am Ebertplatz in Köln helfen wir Ihnen, die Ursachen zu verstehen und den Arm schrittweise wieder belastbar zu machen.
Was ist ein Tennisarm (Epicondylitis humeri radialis)?
Der Tennisarm ist eine Reizung oder Schädigung der Sehnenansätze der Unterarmstreckmuskulatur am äußeren Ellenbogenknorren, dem Epicondylus humeri radialis. In vielen Fällen handelt es sich weniger um eine klassische Entzündung als um eine degenerative Veränderung der Sehnenstruktur: eine Tendinopathie durch wiederholte Mikrotraumatisierung. Die Sehnen erholen sich unter Dauerbelastung nicht vollständig und verlieren an Belastbarkeit.
Direkt gegenüber, am inneren Ellenbogenknorren, sitzt der Golferarm (Epicondylitis humeri ulnaris). Während beim Tennisarm die Streckmuskulatur des Unterarms betroffen ist, betrifft der Golferarm die Beugemuskulatur. Schmerz am äußeren Ellenbogen spricht für den Tennisarm, Schmerz am inneren für den Golferarm.
Typische Symptome des Tennisarms
Das Leitsymptom ist der Schmerz am äußeren Ellenbogenknorren, der unter Belastung zunimmt. Weitere häufige Beschwerden:
- Schwäche beim Greifen und Halten von Gegenständen (Kaffeetasse, Koffer, Türklinke)
- Schmerzen beim Drehen des Unterarms, zum Beispiel beim Öffnen eines Schraubverschlusses
- Druckschmerz direkt am Knochenhöcker des äußeren Ellenbogens
- Ausstrahlende Schmerzen in den Unterarm oder die Hand
- In ausgeprägten Fällen auch Ruheschmerz
Die Beschwerden beginnen meist schleichend und nehmen über Wochen zu. Schon alltägliche Bewegungen können dann unangenehm werden.
Ursachen und Risikofaktoren
Hinter dem Tennisarm steckt fast immer eine einseitige, repetitive Überbelastung der Unterarmstrecker. Tennis ist dabei seltener der Auslöser als angenommen. Typische Ursachen:
- Tägliches Tippen und Mausbedienen am Computer
- Handwerkliche Tätigkeiten wie Schrauben, Streichen oder Sägen
- Schweres Heben mit ausgestrecktem Arm
- Tennissport, besonders die Rückhand mit fehlerhafter Schlagtechnik
- Spielen von Saiteninstrumenten
Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich und eine ungünstige Körperhaltung am Schreibtisch können zusätzlich zur Entstehung beitragen, weil sie die Gesamtspannung in der Arm-Schulter-Kette erhöhen.
Selbsttest: Könnte es ein Tennisarm sein?
Einige einfache Tests können erste Hinweise liefern. Sie ersetzen keine physiotherapeutische Befundaufnahme.
Cozen-Test: Strecken Sie Ihren Arm aus und ballen Sie die Faust. Eine andere Person drückt die Faust nach unten, während Sie versuchen, die Hand nach oben zu beugen. Schmerz am äußeren Ellenbogen dabei ist ein deutliches Zeichen.
Mittelfinger-Strecktest: Strecken Sie den Mittelfinger gegen Widerstand einer zweiten Hand. Schmerz am äußeren Ellenbogen deutet auf eine Beteiligung des Extensor carpi radialis brevis hin, des am häufigsten betroffenen Muskels.
Druckschmerz: Tasten Sie den Knochenhöcker am äußeren Ellenbogen ab. Lokaler Druckschmerz genau an dieser Stelle ist typisch für den Tennisarm.
Fallen diese Tests positiv aus, empfehlen wir eine genaue Befundaufnahme beim Physiotherapeuten, bevor Sie eigenständig mit Übungen beginnen.
Wie wird der Tennisarm behandelt?
Die Physiotherapie ist die tragende Behandlungsform beim Tennisarm. Wir stimmen das Vorgehen individuell auf die Phase Ihrer Beschwerden ab.
Reizreduktion in der akuten Phase
Zunächst geht es darum, die Sehnenreizung zu beruhigen. Kälteanwendungen (Kryotherapie) können akute Beschwerden mildern. Ultraschalltherapie und Elektrotherapie verbessern die Gewebsdurchblutung und senken die Schmerzschwelle. Manuelle Therapie löst begleitende Verspannungen im Unterarm, im Ellenbogenbereich und in der Schulter-Nacken-Region.
Exzentrisches Training als Kerntherapie
Das exzentrische Training ist in der aktuellen Physiotherapie eine gut untersuchte Methode bei Sehnenerkrankungen. Beim exzentrischen Training arbeitet der Muskel, während er sich verlängert, also beim kontrollierten Nachgeben gegen Widerstand. Dieses Belastungsmuster stimuliert die Sehnenstruktur zur Anpassung und baut die Unterarmmuskulatur nachhaltig auf.
Eine Basisübung: Legen Sie den Unterarm auf den Oberschenkel, Handfläche nach unten. Halten Sie eine leichte Hantel (0,5 bis 1 kg). Heben Sie die Hand langsam nach oben (Dorsalextension), dann senken Sie sie mit der anderen Hand unterstützt langsam nach unten, ohne den Unterarm loszulassen. Die Absenkphase ist der entscheidende exzentrische Anteil. 3 Sätze mit 10 bis 15 Wiederholungen, täglich ausführen.

Die passende Dosierung legen wir gemeinsam mit Ihnen fest. Zu frühe intensive Belastung kann die Beschwerden zunächst verstärken, deshalb ist ein abgestuftes Vorgehen wichtig.
Dehnung und Tonusregulation
Gezielte Dehnübungen für die Unterarmstrecker und -beuger reduzieren die Spannung im Gewebe. Ergänzend können myofasziale Techniken an den Faszien die Beweglichkeit im Ellenbogenbereich verbessern.
Tennisarm-Spange: Was leistet sie im Alltag?
Eine Epicondylitis-Spange wird wenige Zentimeter unterhalb des Ellenbogens am Unterarm getragen. Sie übt gezielten Druck auf die Unterarmmuskulatur aus und kann die Zugkräfte am Sehnenansatz verringern. In der aktiven Belastungsphase kann sie die Alltagsbeschwerden erleichtern.

Eine Spange ist kein Ersatz für physiotherapeutische Behandlung. Am besten wird sie ergänzend zu einem aktiven Therapieprogramm eingesetzt. Lassen Sie sich zu Sitz und Passform beraten.
Wie lange dauert ein Tennisarm?
Das hängt vor allem davon ab, wie früh mit der Behandlung begonnen wird und ob die auslösende Überbelastung reduziert werden kann. Frisch aufgetretene Fälle sprechen oft innerhalb einiger Wochen auf Physiotherapie an. Chronische Verläufe, die bereits Monate bestehen, brauchen mehr Zeit. Sehnengewebe regeneriert sich langsamer als Muskelgewebe, deshalb ist Konsequenz beim Training entscheidend.
Operative Maßnahmen sind selten notwendig. Sie werden erst dann in Betracht gezogen, wenn konservative Behandlung über viele Monate keinen ausreichenden Erfolg gebracht hat.
Tennisarm-Übungen: Worauf sollten Sie achten?
Neben dem exzentrischen Training können folgende Übungen sinnvoll sein:
- Unterarmstrecker dehnen: Strecken Sie den betroffenen Arm aus, Handfläche nach unten. Beugen Sie die Hand mit der anderen Hand langsam nach unten, bis Sie eine Dehnung an der Oberseite des Unterarms spüren. 3 mal 30 Sekunden halten.
- Unterarmbeuger dehnen: Strecken Sie den Arm aus, Handfläche nach oben. Beugen Sie die Hand nach unten, bis Sie eine Dehnung an der Unterseite des Unterarms spüren. 3 mal 30 Sekunden halten.
- Handgelenksrotation: Drehen Sie den Unterarm langsam von innen nach außen und zurück, mit leichter Hantel oder nur mit dem eigenen Armgewicht. Diese Übung fördert die Beweglichkeit des Handgelenks und Unterarms.
Alle Übungen sollten schmerzfrei oder mit nur leichtem Ziehen ausgeführt werden. Starke Schmerzen beim Üben sind ein Signal, die Intensität zu verringern oder kurzzeitig zu pausieren.
Tennisarm behandeln in Köln
Beim Tennisarm ist frühzeitiges, aktives Handeln sinnvoll. In unserer Praxis am Ebertplatz 2 in Köln analysieren wir zunächst, in welcher Phase sich Ihre Beschwerden befinden, und passen das Behandlungsprogramm entsprechend an. Wir kombinieren manuelle Therapie, exzentrisches Aufbautraining und Elektrotherapie mit einer Beratung zur Belastungsgestaltung im Alltag.
Vereinbaren Sie einen Termin unter +49 221 1693 8485 oder per E-Mail an info@novum2.de. Wir sind Montag bis Freitag von 7:30 bis 19:00 Uhr für Sie erreichbar.




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